Archiv für November 2008

Bayerns Glanz – auf Sand gebaut

Sonntag, 30. November 2008

Hochmut kommt vor dem Fall. Bayern als Musterland Europas, Deutschlands, als Nettozahler – ja dieses Bayern hat sich auf Wege begeben, die gefährlich waren. Die Bayern, die doch mehr als amerikahörig sind in der CSU, haben das kapitalistische Roulettespiel bis ans Ende mitgemacht. Jetzt ist der Karren im Dreck, und man tut immer noch so, als sei diese Krise ein allgemeines Schicksal und nicht die Politik individueller politischer Verantwortungslosigkeit. Die fehlende Machtteilung im Lande hat zu Versäumnissen in nachfolgenden Institutionen geführt. Bayern hat sich blindwütig dem amerikanischen Casino-Kapitalismus unterworfen und zahlt dafür jetzt einen hohen Preis…

Der Witz des 500 Euro-Coupons

Dienstag, 25. November 2008

Ja, das war ja präzedenzlos. Die Koalition will Konsumgutscheine verteilen. Natürlich nur an die sozialversicherungspflichtigen Bürger? Nicht an die sozial Schwachen, die tun nichts, denen darf man nichts geben. Und wie wollen wir den deutschen Konsum ankurbeln? Wie verhindern, dass Männer in thailändische Table Dance Bars gehen? Diese Geschichte ist urkomisch. Erstens ist der private Konsum besser als erwartet und zweitens hilft der keynsianische Multiplikator nur bei Investitionen. Armes Deutschland…

Sind wir von einer Deflation bedroht?

Sonntag, 23. November 2008

Was ist denn das für ein Gespenst? Deflation? Ist es nicht schön, wenn der Geldwert steigt? Oder was ist hier für ein Problem? Unter Deflation versteht man den volkswirtschaftlichen Zustand eines allgemeinen und anhaltenden Rückgangs des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Erfahrungsgemäß geht eine Deflation mit einer Verringerung der umlaufenden Geldmenge und/oder der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes einher – und damit eine verringerte Wirtschaftsaktivität auf Seiten der Konsumenten und Investoren. Diese Indikatoren sind bereits feststellbar. Nur: Die Zentralbanken halten die Geldmenge nicht so restriktiv, als dass wirklich eine Deflation drohte. Das Problem ist weiter der Inter-Banken-Verkehr – die Privatbanken parken weiter riesige Geldmengen bei der Euro-Zentralbank und entziehen damit Geld dem Wirtschaftskreislauf. Elende Feiglinge – beim ersten Kauf ziehen wieder alle nach und lösen einen Hype aus. Dies ist der inhärente Defekt des Kapitalismus, den es zu beseitigen gilt. Imitation als Rationalität…

Der Kampf gegen Piraten…

Donnerstag, 20. November 2008

Das Wort Pirat bedeutet auf Griechisch: ???????? peiratés = ?Angreifer?. Warum greift ein Angreifer an? Weil er in einer Situation ist, etwas erobern zu müssen. Zumindest ist dies vor Somalia anzunehmen. Ein Land, das die Anreize für illegales Handeln so hoch werden lässt, dass diese Menschen auf alles oder nichts gehen. Es hilft nichts: hier muss mit militärischer Autorität gehandelt werden dürfen.
Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, sagte der dpa: „Es wäre ein Irrglaube zu meinen, man könnte mit dem letzten deutschen rechtsstaatlichen Schliff Piratennester am Horn von Afrika ausheben.“
Aber: Auch soziale Anreize müssen geschaffen werden. So könnte die somalische Bevölkerung selber bezahlte Sheriffs engagieren, die diese Räuberei verhindern. Das wäre sinnvoller Geldeinsatz von Seiten der Vereinten Nationen.

Die Schatten der Globalisierung

Mittwoch, 19. November 2008

Die scheinbar unendlich Wohlstand generierende Globalisierung geht nach hinten los. Selbst gesunde Werke werden in den Strudel hinein gezogen. Es ist das Problem des Moral Hazard, das solche Hilfen so gefährlich macht. Die Kapitaleigner haben ihre Gewinne abgezogen, aber in der Krise soll die Allgemeinheit bezahlen. Das geht nicht…
Joseph Stiglitz hat mit seinem „Die Schatten der Globalisierung“ viele der jetzt an die Oberfläche gespülten Prozesse sichtbar gemacht. Aber die Mächtigen lernen erst, wenn sie müssen. So ist der Mensch…

Ein Subventionswahnsinn dritter Ordnung…

Dienstag, 18. November 2008

zur Verstetigung ungerechter Eigentumsstrukturen… Ich bin gewiss nicht des Marxismus verdächtig, obwohl ich dessen einfache Produktionsverhältnis-Überbau-Struktur als Analyseinstrument hoch wertschätze. Aber: Die Politik blamiert sich bis auf die Knochen. Die ist entkoppelt von organischen Prozessen der Steuerung und scheint den Auswüchsen der Globalisierung hilflos ausgesetzt wie ein Segelschiff im Sturm.
Blinde und unwirksame Konjunkturzuschüsse sollen die psychologische Befindlichkeit des Volkes verbessern, aber am Ende bleiben leere Kassen und eine erhebliche Inter-Generationen-Ungerechtigkeit. Die Rettung absterbender oder modifikationsnotwendiger Industriezweige verzögert, aber verhindert nicht den Abstieg selbiger. Es sei an Schumpeters kreative Zerstörung erinnert. Sein Unternehmermodell muss auch in schlechteren Zeiten bewahrt werden.

Subventionen für Opel? Mitnichten!

Sonntag, 16. November 2008

Die Nachfragekrise im Automobilbereich ist hausgemacht. Sie trifft eher zufällig mit konjunkturellen Prozessen zusammen. Aber die Produkte der deutschen Automobilindustrie sind meist nicht mehr zeitgemäß. Eine verfehlte Management-Politik kann nicht dauernd durch die Allgemeinheit ausgeglichen werden. Die Versuche, die Verkaufszahlen großer Autos zu erhöhen, sind verfehlt und führen zu diversen Crowding-Out-Effekten. Es ist Zeit, die Produkte an die Notwendigkeiten und Präferenzen anzupassen. Auch hier haben deutsche Manager versagt!!!

Wirtschaftsgipfel kein neues Bretton Woods

Freitag, 14. November 2008

Der Weltwirtschaftsgipfel ist kein Allheilmittel. Und er ist schon gar nicht der historische Schritt auf dem Weg in eine neue Epoche eines „gerechten Kapitalismus“. Denn die Werte, die den Kapitalismus ungerecht werden lassen, sind tief in die Eliten implantiert worden. Und die Art von Wettbewerb, die an allen Universitäten weltweit gelehrt wird, konstituiert sich nicht aus „Leadership“ in moralischer Integrität, in ehrbaren Kaufmannswerten und nachhaltigem Wirtschaften. Nein, überall werden Cleverness und schneller Profit gepredigt. Soll eine geklonte Moral die Wirtschaftsexzesse der Gier schnell vergessen machen? Keine Chance.
Und nicht zu vergessen: Das originäre Bretton-Woods-Abkommen von 1944 war kein Einzeltreffen, sondern der Abschluss jahrelanger Verhandlungen zwischen dem US-Amerikaner Harry Dexter White und seinem britischen Amtskollegen, dem berühmten Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes. Und ein großes Abkommen kam unter einem starken F. D. R. zustande, nicht unter einer lahmen Ente Bush. Wir können nur einzelne Maßnahmen zum Verbot giftiger Produkte erwarten – eine neue Moral braucht Jahre, wenn nicht Jahrzehnte…

Ein Konjunkturprogramm ist Unfug

Dienstag, 11. November 2008

Wie war das mal in VWL? Crowding-out-Effekte und time lags durch staatliche Konjunkturprogramme?
John Maynard Keynes hat ein sinnvolles Konzept politischer Globalsteuerung entwickelt, das antizyklisches Verhalten durch staatliche Wirtschaftspolitik präzipiert. Doch ist das jetzt ein Fall für Keynes? Nein. Denn diese Krise hat andere Ursachen als einen klassischen Nachfrageeinbruch. Und sie fordert andere, strukturelle Lösungsansätze. Das Stabilisieren einer Industriebranche, die wohlwissentlich falsche Produkte weiter produziert, gleicht einer falschen Subvention, die Altes nur konserviert und von Liberalen immer kritisiert wurde. Evolutionsökonomisch gesehen (Schumpeter hieß der Kerl aus Ösiland) verhindert dies den Aufbau neuer Produktzyklen und ist langfristig ökonomisch teuer.

Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten sind gestoppt

Sonntag, 9. November 2008

In Hessen wird neu gewählt. Eine gute Nachricht! Denn sowohl Kochs Ausländer-Wahlkampf als auch Ypsilantis Lügenkabinett waren eine Schande für ein Bundesland, dem es gut geht und das wichtig ist für die internationale Einbindung Deutschlands in den globalen Markt.
Lustig ist es, wie in diversen politischen Foren die Linken zetern und Verrat wittern. Denn wenn es ehrlich zugegangen würde mit der Minderheitsregierung, dann müssten die „von einer linken Mehrheit im Land“ ausgehenden Linken die Neuwahlen nicht scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Thomas Schäfer-Gümbel wird als neuer Spitzenkandidat die Botschaft von einer sozialen Moderne, der neuen politischen Kultur und der Energiewende ins Land tragen. Ypsilanti hat sich einen treuen Vasallen gesucht und zieht die Strippen weiter im Hintergrund. Mal sehen, wohin das führt…