Archiv für September 2007

56. Pflegestammtisch ? Gewalt in der häuslichen Pflege

Dienstag, 25. September 2007

Der 56. Pflegestammtisch hat ein Tabu-Thema aufgegriffen ? Gewalt in der häuslichen Pflege. Mehrere Expertinnen zeigten die Schwierigkeiten des Problems auf ? in individueller wie auch gesamtgesellschaftlicher Hinsicht.
Claus Fussek fordert von der Politik eine Sensibilisierung für das Thema und eine bessere Unterstützung pflegender Angehöriger. Dass selbst die 10 Urlaubstage für Angehörige, die einen akuten Pflegefall zu verkraften haben, noch umstritten sind, betrachtet der Münchner Pflegeexperte als Skandal.

Persönliche Erfahrungen

Heidi Ostermaier pflegt ihren Mann. Es hilft ihr enorm, dass er zwei Mal in der Woche in die Tagespflege kommt. Dann kann Frau Ostermaier arbeiten ? sie empfindet das als Urlaub. Aber sie stellt in authentischer Weise das Problem dar. Wenn sie überlastet ist, wird sie ungeduldig. Ohne jede Unterstützung wird sie dann verbal aggressiv und bei bestimmten körperlichen Tätigkeiten handelt sie robust, empfindet das aber nicht als Gewalt.
Dies zeigt jedoch, dass eine Moralisierung dieses komplexen Themas nicht geboten ist.
Jedenfalls beeindruckte ihre ehrliche Art, mit der sie bereits öfter in die Öffentlichkeit getreten ist.

Bonner Initiative

Diplom Sozialpädagogin Marita Halfen von der Bonner Initiative ?Handeln statt Misshandeln“ forderte den Rückgriff auf präventive Konzepte, ?um Gewalt in der häuslichen Pflege gar nicht erst entstehen zu lassen?
Eine sensible und auf Moralisierung verzichtende Öffentlichkeitsarbeit sei wichtig. Ein großes Problem stellt die Isolierung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen dar. Oft aber sei es nicht böser Wille des Umfelds der Angehörigen, sondern die Unsicherheit in Bezug auf den konkreten Umgang mit diesen. Auch hier führt eine konstruktive Aufklärung zu einer Verbesserung der Situation.
Besondere Verantwortung bei der Verhinderung häuslicher Gewalt trägt der Arzt, der meist die erste Anlaufstelle für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist. Für das Umfeld ist es wichtig, die Augen offen zu halten und Gewaltanzeichen nicht als ?einmalige Ausrutscher? zu betrachten. Hier ist Zivilcourage gefragt.
Von der Organisation der häuslichen Pflege gibt es das Problem, dass oft die schwächsten Familienmitglieder mit der Pflege betraut werden. Oder dass sensible Beziehungen, wie bereits schlechte Ehen oder der Wunsch in Eltern-Kind-Beziehungen nach Revanche (?Jetzt kann ich es dir heimzahlen?) nicht als solche diagnostiziert werden und zu einer Gewaltspirale führen.

Landespräventionsdienst NRW

Staatsanwältin Frau Gabriele Walentich stellte die Ergebnisse eines von der Europäischen Union geförderten Projekt des Landespräventionsrates Nordrhein-Westfalen vor. ?Gewalt gegen alte Menschen in der Pflege ist ein unterbelichtetes Thema in der Wissenschaft. Wir brauchen dringend mehr Anlaufstellen für Senioren und für die, die sie betreuen, damit Konflikte nicht eskalieren?, meinte die engagierte Anwältin, die eher zufällig zum Thema Senioren kam. Sie monierte, dass die Politik wenig Interesse an dem Projekt gehabt habe ? dafür seien die Fachdisziplinen voll eingestiegen.
Unsichtbares Phänomen

?Gewalt gegen alte Menschen ist wie ein Eisberg ? wir sehen nur die Spitze, aber er ist da?, gebrauchte Walentich eine bekannte Metapher und bezog sie auf das Problem häuslicher Gewalt. Die Probleme der Gewalt in der Pflege sind spezifisch: die Wehrlosigkeit des Opfers, die vorhandene Gelegenheit, eine ausnutzbare Vertrauensposition des potenziellen Täters sowie ein Ereignisfeld hinter verschlossenen Türen sind Faktoren, die ein geringeres Strafrisiko mit sich bringen.
Das Präventionskonzept des Projekts umfasst drei Stufen: die Primärprävention, die Sensibilisierung und Aufklärung zum Inhalt hat, eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit
Sowie niederschwellige Angebote der Beratung, Ombudsmänner, Telefondienste und weiteres mehr. In Deutschland fehle noch ein Praxistransfer aus Ländern, wo es schon ?good practice? gebe.

Rahmenbedingungen verbessern

Ohne weiter auf die Ergebnisse der Untersuchung eingehen zu können, bleibt ein Fazit, das die Sprecher mit Claus Fussek teilten: Die Gesellschaft muss die Rahmenbedingungen herstellen, um die Bedürfnisse der zu Hause zu Pflegenden und der Angehörigen besser zu stillen. Für eine Tagespflege als Entlastung für pflegende Angehörige sollten Mittel zur Verfügung gestellt werden. Denn: wer kann schon 70 Euro für einen Tag in der Tagespflege aufbringen als Normalsterblicher?

USA in der Falle – keine weltpolitische Ordnungsfunktion

Dienstag, 11. September 2007

Der Irak wird für die USA zu einer Falle, die Vietnam ähnelt. Aber nicht mehr. Denn: Das strategische Umfeld des Irak ist ungleich wichtiger als das im Falle Vietnam der Fall war. Dafür fehlt die negative Dominotheorie-Begründung. Die positive Dominotheorie – fällt ein autokratischer Staat im Mittleren Osten, fallen alle und werden demokratisch – ist ebenso gescheitert.
Die USA verkennen, dass Staaten nicht homogene Akteure sind, die man einfach befrieden und verändern muss. Es sind ideologisch heterogene Gruppierungen, die eine Zeitlang koexistieren. Im Falle Jugoslawiens und des Irak hielten die Gebilde nach der Maxime totalitärer Stabilität. Was danach bleibt, ist eine nicht-organische Gesellschaft, ideologisch zerrissen.
Was sollen dort Soldaten bewirken? Gerade in einem Protektorat, welches von außen penetriert wird und nicht zur Ruhe finden kann. Da hilft auch keine Network Centric Warfare.

An Analysis of Churches of Christ in Germany

Dienstag, 4. September 2007

A report from the outside*

The Churches of Christ deserve huge credit for sharing the gospel worldwide. Especially in the 19th century the Church was a great light for the Lord. But things have changed so that the Churches of Christ became an institution itself with damaging and human practices. That is unavoidable. The bad thing is that many of the members do not admit own mistakes but build an own identity that is build on secondary biblical questions like the instrument thing.
The situation in the Church of Christ in Munich is the result of wrong and cultic teachings and
malpractices combined with human immaturity that is the result of a law-based religion that lacks emotional energy.
The division and destruction of the church is the result of wrong financial dependencies, religious hypocrisy and the individual self-righteousness of people on all sides (what may include myself).
As I like several of the individuals in the church and share some of the basic teachings taught in the Church of Christ, I want to show the developments that lead to the current demonization of people in- and outside the church, the restauration of cult practices and the insistence on atavistic hermeneutics. Because I hope that this church will recover by opening up toward a modern society and to new knowledge concerning hermeneutics and counselling principles.
I was a member of the psycho cult International Churches of Christ. But it is no coincidence that this is a faction that came out of the ?mainstream? Churches of Christ. There are some structural defects that can lead to bad outcomes concerning the leadership of the church and the shepherding of the individual Christians.
As a dialogue with the ?church leadership? is not possible I try to give a description about the dilemmas that have brought this church down. The leadership would say I am bitter without being able to accept the limits of its own wisdom and knowledge.

The unfortunate beginnings

We Germans are extremely grateful (despite current policy disputes) for the help we received from the American in and after World War Two. This help was materialistic and idealistic in character. Missionaries of different backgrounds came in order to proclaim the good news and to encourage the people that were depressed after the defeat in the war and after the accumulation of personal and collective guilt.
There was nothing bad about this. But over the long term some problems did emerge that lead to negative results that we feel in these days:
Ø The money transfers lead to unhealthy dependencies that made the supported leaders to conform to the claims of the donors
Ø The supported evangelists were the ?bridgeheads? that proclaimed ?the truth? that they learned and obeyed at the Christian Universities. But unfortunately a lot of human opinions and cultural prejudices were transported also. The missionaries could not react with flexibility to meet the needs in their host countries.
Ø The reliance on a legal religion lead to an underestimation of the Holy Spirit. The evangelists became the undisputable keepers of the truth. This lead to lack of communication and an unhealthy one-man-rule although officially they said that ?Jesus is Lord?. But in social groups men in authority easily become their own God.
Ø The recruited (German) evangelists sometimes had a distorted past influenced by war, poverty and many other disastrous influences. This impacted their view on God and of God. Many of these people did not work on their past but fled from their hurts into a religion consisting of pure words. They preached a God without humour and life infusing power. Because of their own experiences they did not really understand grace as a life concept.
Ø The churches did not develop a culture of communication. As the leaders were psychologically and emotionally untrained they worked only on the intellectual level because that was what they had learned. But it did not satisfy many Christians needs.
Ø The message of the gospel necessarily became a static one. Neither in the individual Christian nor in the Church could the message of spiritual transformation gain a foothold.
Ø The gospel became a formal religion that served to condemn the lifestyle of others. But it did not remain the miraculous message of salvation. The good news, distracted by hurt human beings, easily becomes the bad news. This is the problem of spiritual abuse.
Ø As the understanding was ?we are the only right ones?, the whole church became a group of strange people. They could justify the isolation from others. ?Because we are so spiritual the world thinks we are strangers?? But the Christians unnecessarily became outsiders. They feared the world because they were hurt by it. This is no accusation but an observation. In the United States many Churches of Christ constructively work with other churches. That leads to a healthy and realistic view on its own strengths and weaknesses. You learn from others as others learn from you. This principle is not possible in churches that isolate themselves. As I mentioned, insecurity, dogmatism and a lack of social training are responsible for such a behaviour.
Ø A spiritualization of all aspects of life is the disturbing consequence of a pure doctrinal religion that does not allow room for the holy spirit. This behaviour neglects the fact that human nature does not only consist of the spirit (pneuma), but also of the body (physis) and the soul (psyche). To underestimate the latter elements can lead to grave consequences for the overall condition of Christians. In the ICOC cult I have experienced bad spiritual rapes in this respect.

What the founding fathers of the movement intended is long forgotten

Timothy 4; 16 says: Watch your life and doctrine closely. The church(es) I know mostly has forgotten the former. But it is easier to protect ?the true doctrine? than to live a worthy life in Christ.
The restoration movement had such a success because the founders lived convincing lives. They did not only redefine some hermeneutics but they cared for the poor and needy, integrated former slaves and did godly things what the society around was not capable to do.
They shared their ideas with the help of newspapers. They allowed conflicting ideas and searched for the truth that was for from self-evident.
Unfortunately, many mission churches have not the resources to discuss things. They rely on
?once and for all?-truths that are not realistic and not powerful. They mostly ?win over? solely people that delegate their spiritual judgements to others and have weak identities and damaged personalities. That is a sad thing.
The only cure is to establish counselling ministries that teach the deeper sources of human existence. And it is time to find the courage to open up for a dialogue with other churches.

What should be done?

This is the part why I have written this article. I am convinced that God can use mature churches to reallocate precious abilities and resources in a way that allows him to start a new and fruitful work together with other churches in order to spread the gospel.
That means it is necessary to start a dialogue with other churches in the respective countries.
As the ?true church? paradigm is out, it is time to rearrange practical commitments. If someone accepts my points I would like to start a dialogue about a reform of the
Missions efforts of Churches of Christ in Germany. And as I am committed to a Niebuhrian kind of faith, I prefer a ?social gospel? version of Christian lifestyle.

Pflegediskussion heuchlerisch

Dienstag, 4. September 2007

Der MDK-Prüfbericht der deutschen Pflege ist in mancher Weise heuchlerisch. Denn die Pflege ist ein schwieriges Geschäft. Die Kriterien zur Bewertung sind nicht einfach zu bestimmen – zu sehr bestimmen subjektive Kriterien die Bewertung. Dazu hat der Bericht lediglich die schwersten Fälle berücksichtigt, so dass es an Repräsentativität fehlt.
Also Vorsicht: Das Thema Pflege ist für Parolen, Moralisiererei und einfache Lösungen nicht geeignet.